Wenn ich so am Meer sitze und in die Weite schaue, könnte ich glatt all das was hiner mir ist vergessen.
Wenn ich so am Meer sitze und in die Weite schaue, könnte ich glatt all das was hiner mir ist vergessen.

Ein Traum mit Haken

Viele Jahre war ich dem Gefühl verfallen, die Küste und das Meer bräuchte ich und dort möchte ich leben. Ursprünglich komme ich aus einem Vorgebirgsland und hatte mit Meer und Wüste absolut nichts am Hut. Von Kind an jedoch war dieses Thema präsent, durch Filme, Werbung oder Erzählungen und dann ist da auch noch das fantastische Wetter. Nun ja, im Grunde genommen ist erst mal alles interessant, was dir schön geredet wird und du es eben nicht hast. Man verfällt schnell in einen Wunschtraum, ohne zu wissen was dich wirklich erwartet.

Die Idylle täuscht. Plätze zum Träumen finde ich immer weniger. Es wird stetig enger und Gesetze zwingen uns in ganz schmale Bahnen. Freiheit ist für mich was anderes.
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Ich glaube, das geht vielen so wie mir und es ist auch verständlich. Einige Male fuhr ich im Urlaub schon ans Meer und fand es auch immer fantastisch, das Fremde und die immer scheinende Sonne. Irgend wann packte ich meinen Kram zusammen, setzte mich in meinen kleinen Bus und tuckerte los, immer Richtung Süden. Aus welchen Gründen auch immer ich das tat, ist jetzt nicht so wichtig. Jedenfalls blieb ich, nach ein paar Monaten, an der Südküste Spaniens hängen und ließ mich dort nieder. Jetzt war ich endlich angekommen, im Paradies mit Sonne, Meer und Palmen. "Ich sitze am Strand, und schau auf das Meer hinaus. Die Weite fasziniert mich und das gleichmäßige Rauschen der Wellen hat eine fast hypnotische Wirkung auf meinen Geist. Die Sonne verabschiedet sich mit einer Farbenpracht, die mich fast weinen lässt vor Glückseligkeit. Ja das alles berührt mein Herz und meine Seele."   Ich denke, ich darf das jetzt immer haben. Immer das fühlen was ich gerade fühle.

Leider muss man dafür Scheuklappen auf haben, nicht nach links und nach rechts gucken und schon gar nicht nach hinten. Die Glückseligkeit verabschiedet sich recht schnell, wenn ich aus meinem Traum erwache. So schön sich die Natur auch manchmal präsentiert, das passiert nur in meinem Kopf und wenn ich da rausschaue, sehe ich ganz andre Dinge. Dinge, die ich eher mit einer stinkenden Müllhalde vergleichen kann. Ignoranz, maßlose Geldgeilheit und unbeschreibliche Dummheit verdrängen schnell das Gefühl der Liebe und Geborgenheit. Es sind meine Erfahrungen aus 15 Jahren Spanien. Ohne deutsche Kommunities, ich lebte immer unter Spaniern und habe mir meine Reisen durchs Land immer selbst ausgesucht. Auch bin ich Sportpilot und Fotograf, sah von oben das Land auch aus einer anderen Perspektive und betrachtete mir Umstände länger und genauer als das manch andere tun.

Strand und Küste:

Je näher die Menschen mit dem Auto an den Strand fahren können, desto lieber ist es ihnen. Was daran noch schön sein soll, kann ich nicht sagen. Wäre die Mauer nicht da, würden die Leute auch mit dem Fahrzeug auf den Sand fahren.
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Dort zieht es meisten Menschen hin, ob Touristen, Auswanderer oder Einheimische. Da sind zum einen die Fischer, nicht die auf großen Schiffen, die ich eh zum Kotzen finde. Ich meine die, die ihre Freizeit damit verbringen und die, die fischen um was in den Magen zu bekommen. Solche, die dort hocken, wo man kaum hinkommt, dort wo die Küste von Touristenmassen verschont bleibt, weil das Auto nicht die Klippen runterkommt oder im Sand stecken bleibt. Und da sind die  ganz autarken Badefutzis, die manchmal die ganze Familie auf diversen Surivalpfaden an den "Strand" schleppen, damit sie ja nicht zu beobachten sind.  Essensreste, Plastikflaschen, Bierdosen,Mülltüten, Angelleinen und Haken, sowie sonstiger Müll, der sich hartnäckig am Strand und der Küste festfrisst. Das alles bleibt liegen, wenn jene sich wieder verflüchtigen. Ja, ich weiss, ihr nehmt alle euren Dreck wieder mit und ihr wisst gar nicht wie ich darauf komme. Nun, dann gehe ich davon aus, all den Mist den ich am Strand und der Küste sehe, wächst da oder läuft von selbst dort hin. Klar, viel wird natürlich auch angeschwemmt und damit hat keiner was zu tun, das kommt ja von "draußen". Keiner war es und keiner hat was gesehen. Auch der massenhafte Müll, der bei Regen die Ramblas heruntergespühlt wird, bleibt zum Großteil natürlich an der Küste hängen.

Am Strand, da wo Touristen und Co üblicherweise auf und ab flanieren, oder sich zwischen andere Sonnenhungrige quetschen, da kommt Nachts die "Putzfrau" in Form eines mächtigen Siebbulldozers und macht sauber, zumindest das was nicht zu klein oder "flüssig" ist. Dann ist alles wieder "in Ordnung", denkt man.

Ein Beispiel, was nicht selten zu sehen ist. Der halbe Berg wurde aus Profitgier weggesprengt, damit Hotels und Ferienwohnungen hingepappt werden können. Wie lange soll das noch gut gehen?
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Dort, wo es irgendwie geht, ist die Küste total zugebaut. Ein Haus reiht sich an das Andere, bis hinauf in die unwegsamsten Berghänge. Und wenn es gar nicht mehr geht, wird weggesprengt was im Weg steht. Hauptsache Meerblick oder nur ein paar Meter zum Strand. Mich erschreckten zum Beispiel Orte wie Aguadulce welches in der Nähe von Almeria liegt. Unglaublich, wie sich dieser Ort in den Berg frisst. Zig Bagger haben jahrelang den Berg zernagelt und zerfräst, um auch noch in den letzten Winkel ein Gebäude zu pflanzen. Das ist ganz sicher kein Einzelfall.

Vorankommen auf den engen Strassen ist eine Gedultsfrage, wir müssen ja alle mobil sein und am liebsten fahren wir so nah am Meer wie möglich. Gut, es gibt sie noch, die "Naturschutzgebiete" an deren Grenzen Tourismus und sonstige Industrie wie Raubtiere lauern. Vielleicht lässt sich ja doch so ein korrupter, geldgeiler Politiker dazu "überreden" ein paar Meter "aus versehen" abzugeben. Dann kann ich die Flamingos endlich von meinem Hotelzimmer aus anglotzen.  Letztens sah ich im TV, selbst in Deutschland werden noch ungeklärte Abwässer ins Meer geleitet, auch da, wo Menschen rumschwimmen. Ja, klar und im Süden wird das natürlich nicht gemacht, da gibt es gaaaaanz viele ökologisch korrekte Kläranlagen. Wenn man die Scheisse nur klein genug zerhackt und mit Sonnencreme-Duft anreichert, merkt das eh keiner.

Oft genug sehe ich im Wasser so komische braune Brocken rumschwimmen, die ich als verlorengegangene Schokolade oder Pflanzenreste abtue, damit ich nicht ins Wasser kotzen muß. Warum nur werden Damenbinden nicht zerhackt bevor man sie mit der Gülle gaaaaanz tief ins Meer leitet, ich weiss es nicht.  Am People-Strand versucht man, mit wunderschönen bunten Mülltönnchen, die alle paar Meter aufgestellt werden, all das aufzufangen, was Menschen so nach Baden und Sonnenbruzeln nicht mehr wollen. Echt ätzend. Anscheinend ist es unmöglich und tut schrecklich weh, seinen Dreck wieder mitzunehmen um ihn "normal" zu entsorgen. Ne warum, der Wind verteilt das schon und dann ist halt der schuld. 

 

Schöne Landschaften:

Überall wird munter rumgekackt und das Papier wir einfach liegen gelassen. Selten finde ich Plätze wo dies nicht so ist. Würde mich interessieren, ob es in deren Garten auch so aussieht.
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Im Hinterland ist das auch nicht besser, da verteilt sich der Müll auch tonnenweise um die Mülleimer herum. Wenn die Plastikflaschen, Bierdosen und die vollgeschissenen Kinderwindel mal mit Gestrüpp überwuchert sind, passt das schon. Wirklich fatal ist die Tatsache, dass nirgends Möglichkeiten bestehen, seine Notdurft in irgend welchen Einrichtungen zu verichten. Wenn welche da sind, steht man zu 99% vor einer verschlossenen Tür. So ist es nicht verwunderlich, dass ganz Spanien vollgeschissen ist. Sorry für den Ausdruck, aber das ist noch milde ausgedrückt. Überall, und sei es noch so ein entlegener Aussichts- oder Rastplatz, ist alles voller Häufchen, gekrönt mit diversen Feuchtetüchlein, Komdome und sonstigem Reinigungsmaterial. Wusstet ihr, dass man seine Scheisse auch vergraben kann? Und das Papier kann man sogar wieder mitnehmen, ohne Gestank und Vergiftungen. Und da wo es geht, sollte es die Intelligenz zulassen, kann man es auch verbrennen. Aber vorsicht, blöde und irrsinnige Menschen fackeln so gleich mal einen ganzen Landstrich ab. Weggeworfene Flaschen oder Zigarettenkippen eignen sich übrigens dafür auch sehr gut. Kein Wunder, dass es soviel Waldbrände gibt. Genau so viele Müllstellen gibt es, wo die Leute einfach ihren Dreck entsorgen. Woran das liegt kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es den Spaniern einfach scheiß egal wie ihre Natur aussieht. Selbst in Naturschutzgebieten habe ich diese Müllhalden gesehen. Was ich beim Überfliegen von diesen "Naturparks" alles gesehen habe, vermag ich kaum in Worte zu fassen.

All denen, die sich für den Naturschutz einetzen, auch wenn es wenige sind, wünsche ich viel Kraft und Mut, sich gegen die Gleichgültigkeit der Gewissenlosen und der lebensverachtenden Konzerne zu wehren.

 

Ja, das schaut mal so richtig schön aus. In den Bergen lässt sich das ganz einfach nach unten verfrachten. Da muss sowieso keiner hin, dann kann man das ja mal machen, oder?
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Schilder, glaube ich, haben in Spanien noch keinen so richtig interessiert. Auf diesem steht, dass es verboten ist hier Müll abzuladen.
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Auf diesem Schild steht "Naturpark", was den Spanier nicht daran hindert diesen mit seinen Mitbringseln zu verschönern. Wer und wann das wieder wegräumt steht in den Sternen.
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Auch das hier ist in einem Naturpark. Irgendwann wird sich das schon auflösen und der Wind macht dann den Rest. Sehr schön, weiter so.
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So schöne Fotomotive kannst du viele im Hinterland finden. Dafür macht es auch Sinn, stundenlang durch die Gegend zu gondeln. Wäre das nichts für Reisegruppen?
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Flaschen sind für den Wald auch recht gut. Als Plastikdünger oder Anzünder für einen gescheiten Waldbrand. Damit die Feuerwehr auch was zu tun hat.
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Daran kannst du erkennen, dass dort eine spanische Familie ein Picknik veranstaltet hat. Und das hat nichts mit Touristen zu tun, das waren Einheimische.
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Auch mitten in den Bergen. Da haben Bauern die Reste ihres Anbaumaterials entsorgt. Alles voller Plastik. Das liegt schon lange da und wird dort auch bleiben.
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Hier dazu eine Nahaufnahme. Da kannst du genau sehen wieviel Plastik sich zwischen den Pflanzenresten befindet. Resultat heutiger "moderner" Anbaumethoden.
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Am Strand sehe ich auch immer wieder Ergebnisse bäuerlicher Entsorgungspraktiken. Das wurde sicher nicht angeschwemmt, oder fischen die jetzt mit Plastikplanen?
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Toll, wie schön farbig sich das in die Berglandschaft einfügt. Fast schon ein Kunstwerk. Was damit jemals geschehen soll weiß wohl keiner.
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Wer das nicht mag, der entsorgt seine Karre eben in irgend einem Flußbett (Rambla). Das macht sich doch auch ganz gut und sehen tut man es eh kaum.
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Ein Wort zu Palmen:

Wer es noch nicht weiß, Palmen sind in Spanien keine einheimischen Pflanzen. Sie wurden dorthin verschleppt. Warum? Das weiss der Geier. Wie sinnvoll so eine Palme ist, fragt man eher mal die Vögel, die nicht einmal darin nisten können. Und uns Menschen geben sie nicht einmal Schatten. Millionen von Palmen zieren mittlerweile tausende von Kilometern Straßen. Und wieviel Wasser die verbrauchen darf keiner wissen. Wie immens dumm und korrupt muss man sein um das zu forcieren und es geht immer noch weiter. Die Palmen, die mit Gewalt in den Sand am Strand gestopft wurden, sehen auch eher aus, als würden sie am Liebsten wieder weglaufen. Wer entscheidet sowas, was geht in diesen Köpfen bloß vor? Und vor allem, wem gefällt dies deplatzierte Gewächs? Wer es nicht weiß, am sinnvollsten scheinen Palmen denjenigen zu sein, die beim Abendspaziergang mal kurz zum pissen müssen und das sind nicht nur Hunde. Oder eben jenen, die damit ihre Taschen mit Geld vollstopfen.

Jetzt frage ich mich schon wieder, wer will denn da hin, und warum bezahlt man dafür auch noch was? Familien? Damit man seinen Kindern gleich mal zeigen kann wie "schön" die Welt ist? "Guck mal, so ähnlich siehts in der Karibik aus!?"

Jo, da kommt so richtig karibisches Flair auf. Nur auf dem Rasen mußt halt aufpassen, dass du nicht in einen Hundehaufen trittst. Passt schon, gelle.
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Hat die jemand gefragt, ob sie dort sein wollen? Leider können sie nicht weglaufen, was sie sicher auch tun würden. Natürlicher geht es kaum.
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Kaum zu glauben, wo sie die armen Palmen überall reinstecken. Noch dazu kann da kein Vogel drin nisten und die Früchte kannst du auch nicht essen.
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Wow, wie toll. So stelle ich mir den Süden schon vor. Tolle Hotels, Strand und überall wo man auch hinsieht Palmen. Der Hammer, oder?
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Essen, oder das was man sonst so braucht:

Leere Restaurants findet man auch in der Hochsaison. Meist ist das Essen "von der Stange" und im Winter sind die alle geschlossen. Guten Appetit.
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Der Mist, den man dir in den Lokalen außerhalb der Hotels anbietet, grenzt schon an Körperverletzung und Diebstahl. Nun gut, es gibt eventuell noch hier und da "Gastwirte", die es gut meinen und einen professionellen Koch beschäftigen, der vielleicht auch noch gute Lebensmittel verarbeitet. Das kann und will sich aber 98% der Menschen nicht leisten. Ist ja logisch, gute Bio-Lebensmittel günstig und in Massen? Das wäre mir neu. Viele Menschen die in den Urlaub fahren, schalten dabei ihr Gehirn und auch ihre Geschmacksnerven aus. Im Ausland schmeckt halt alles exotisch - guten Appetit (würg), der Hunger treibt es schon rein.

In den Hotels wird es nicht anders sein. Die Bratwurst auf dem Teller im Lokal an der Strandpromenade mit Meerblick, gibts halt nur mal beim Lidl, den es mittlerweile ja in jedem noch so kleinem Nest gibt. Durch die Politik, die Hotels mittlerweile betreiben, hat sich alles verändert. Einen "Tinto de verano" der dich nicht sofort aufs Klo schickt, ist echt schon Glücksache. Den gibt es auch beim Lidl schon fertig gemischt und vor allem billig. Die Gäste merken es eh nicht. Deine Souvenirs und Strandallerlei musst du dir auch schon bei den sich überall breitmachenden Chinaläden kaufen, weil das giftige Plastikzeug so billig ist, dass es dir eh wurscht ist. Doch wer es immer noch nicht weiß, das ist alles nur zum angucken. Wenn es den Weg zum Flughafen oder Strand wirklich überstehen sollte, zerlegt es sich spätestens beim Gebrauch in seine Bestandteile.

All Inclusive, wer geht da schon noch zum Strand oder außerhalb zum Essen. Diese Hotelburgen können die Konzerne auch in die Wüste bauen. Verdienen tun da nur die, die eh schon zu viel haben. Die Einheimischen können da nur zuschauen.
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Und die übrigen Souvenirläden kaufen wo ein? Auch wenn ich mittlerweile eine Brille trage, ich schaue nach, woher das Zeug herkommt. Und jetzt stellt euch das mal vor, die Menschen, die dort wohnen auch die die dorthin auswandern, können all das immer "genießen". Und wenn die Touristenmassen alle wieder weg sind, bleiben neben den Chinaladen die Geschäfte übrig, die sich das nicht leisten können, nur zwei Monate im Jahr geöffnet zu haben, denn länger geht oftmals eine Saison nicht. Die können dann zusehen, wie die übrig gebliebenen Einwohner und Residenten sich von Lidl, Mercadona, Carrefour und Co. einfangen lassen. Schöne "neue" Konzern-Welt!

Wer jetzt meint, ich sei ein frustrierter und gescheiteter Mensch, der liegt falsch. Wenn du denkst, dass nicht alle so sind, hast du recht. Bedenke aber, dass die, die nicht so sind und was für die Umwelt und Natur tun, sich bemühen, dass es anders wird nur an die 2-3% ausmachen. Es ist eine Sisyphusarbeit, die dich irgendwann zum Aufgeben zwingt. Ich habe in den letzten 15 Jahren Spanien so viele gute Ideen und Bemühungen gesehen, die nach kurzer Zeit gescheitert sind. Irgendwann reicht es dir, soviel Dummheit, Ignoranz und Korruption auf so engem Raum ist einfach unbeschreiblich. Ich habe dieses Land nun verlassen, da es mir aus oben genannten Gründen um soviel mehr die Tränen in die Augen getrieben hat, als das es die Glückseligkeit und Liebe dort jemals könnte.

Ich hoffe sehr, dass es wieder anders wird. Wenn ich jedoch zum Beispiel in die Gegend um Tabernas schaue und nur noch gequälte und in Reihe gepresste Olivenbäume sehe, verblasst die Hoffnung auf Besserung. Alles was ich darüber lese ist das Leid derjenigen, denen man die Grundlage zum Leben nimmt, nämlich Wasser. Ich wünsche den Einwohnern dieses maltretierten Landes die Kraft sich zu wehren. Auch die landwitschaftliche Nutzung, wie es beispielsweise in El Ejido bei Almeria praktiziert wird, lässt mich am Verstand derjenigen zweifeln, die dort das Land verwüsten. Überall Plastik, soweit das Auge reicht und noch viel weiter. Plastik zersetzt sich auf Müllhalden und verlassenen Envernaderos (Gewäschhäuser) so dass der Wind ein leichtes Spiel hat, alles schön über das Land zu verteilen. Nur wenige trauen sich dagegen was zu sagen, da Angst, Ignoranz und Geldgeilheit jeden verstummen lässt. Und Politiker, sowie Polizei verdienen besser daran, wenn sie einfach ihr Maul halten.

Ich hoffe die Menschen wachen auf und sehen was da passiert. Ich glaube, regeln können das nur gut gemachte Gesetze. Solange aber der Profit wichtiger ist als die Natur und die Menschen, solange wird es weitergehen. Irgendwann müssen wir alle die Rechnung dafür bezahlen und wenn nicht wir, dann sicher unsere Nachkommen. Ich schäme mich unendlich für all diesen Irrsinn. Ich kann nur von dem schreiben, was ich selbst erlebt habe, doch ich weiss, dass es auch anderswo so ist. Die Geilheit nach Geld, Macht, Ansehen und Kontrolle, macht die Menschen zu blinden Monstern die vor nichts zurückschrecken. Arme Welt....

So  long

Euer Schorsch

Viele Bauern geben auf und überlassen die Reste dem Wind, der eine Freude daran hat, Plastik Kilometer weit zu verteilen. Im Big Business interessiert das keinen.
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Kein Mensch kümmert sich darum. Und da gibt es im Plastikmeer von El Ejido sehr viele davon. Warum keiner eingreift? Da mußt du die Politiker fragen.
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Bis zum Strand weht der Wind die Erungenschaften modernster Landwitschaft. Aber das ist ja Wurscht, hauptsache die Kohle stimmt.
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Wem es zuviel wird, der verbrennt halt das ganze Plastikzeugs direkt vor der Türe. So bleibt nur noch ein kleiner giftiger Klumpen übrig, der leichter zu entsorgen ist.
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Im Hinterland schaut es nich besser aus. Konzerne beackern ganze Landstriche und die kleinen Bauern haben kein eigenes Wasser mehr.
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Bis zum Horizont wachsen "unnatürliche" Olivenbäume für Olivenöl, das keinen Wert mehr hat. Und das auf Kosten einheimischer Bauern und unserer Gesundheit..
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Ein Bild, für das ich eigentlich keine Worte brauche. Für mich typisch für die Mentalität der Menschen vorort. Kein Einzelfall, davon gibt es noch sehr viele.
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Wieder am Rande eines Naturparks. Wenn es regnet, schwemmt es den ganzen Mist ins Naturschutzgebiet. Wer wird denn da jetzt wieder dran verdienen.
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Wer über den Welthunger nachdenkt, dem empfehle ich in der Erntezeit einen Tripp durch das Plastikmeer von El Ejido. Da gibt es Gemüse für zigtausen Hungernde.
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Das Irre daran ist, dass die Bauern das nicht mal verschenken dürfen. Marktwirtschaft hin oder her, für mich ist das schwachsinniger Bullshit.
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Das alles war bei der Ernte nicht schlecht, es passte nur nicht durch das vorgegebene Größenraster, welches von den Konzernen bestimmt wird.
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In einer Gegend mit 320 Sonnentagen im Jahr. Wieviel Wasser da verbraucht wird ist gar nicht vorstellbar. Die Bauern im Hinterland spüren das, die haben nämlich keins mehr.
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© LosTimeCatchers Sara & Schorsch