Überwintern mit dem Wohnmobil mit Meerblick, wer möchte das nicht?
Überwintern mit dem Wohnmobil mit Meerblick, wer möchte das nicht?

Immer mehr Wohnmobilisten verbringen die Winterzeit in Roquetas de Mar. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation zugespitzt und die Gemeinde (Ayuntamiento) Roquetas de Mar erlässt eine neue Verordnung und hohe Geldstrafen bei Nichteinhaltung.

Wir gehören nicht zu den Überwinterern an irgend einem Strand. Haben aber lange in Roquetas de Mar gelebt und können verstehen, was es in sich hat, wenn eine Gemeinde zu solchen Maßnahmen greift.

Zwar gibt es in Aguadulce, einen öffentlichen Campingplatz, doch bevorzugt sind natürlich die freien Parkplätze am Strand mit Meerblick. In den vergangenen Jahren nahm die Wohnmobilszene in der Urbanisation von Roquetas de Mar, Almeria immer mehr zu und tatsächlich war abzusehen, dass Anwohner und Touristen irgendwann sich in die Quere kommen.

Ein solches Sezenario ist nicht nur in Spanien verboten. Das Strassenverkehrsgesetz regelt diese Umstände auch in anderen EU-Ländern
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An der Cabo de Gata wurde beispielsweise ein komplettes Naturschutzgebiet direkt am Strand, für Wohnmobilisten, die dort frei ihre Wintermonate verbrachten, geregelt. Dort ist das Übernachten grundsätzlich verboten. Zumal es unzumutbar ist, Reinigungsfahrzeuge und Müllabfuhr in einem Naturgebiet dieser Größenordnung zu beauftragen. Und vor allem, wer soll das alles bezahlen? Die Anwohner? Wohl kaum. Gleiches Szenario spielt sich nun auch an den Strandabschnitten und den öffentlichen Parkplätzen, speziell in der Urbanisation von Roquetas de Mar ab. Für die Anwohner oft keine erfreuliche Situation. Will man zum Strand und sein Fahrzeug an diesen vorgesehenen Parkplätzen parken, kann es sein, dass Wohnmobilisten dazu auffordern evtl. einen anderen Parkplatz zu nutzen, weil dieser reserviert sei. Wer würde sich da nicht aufregen, zumal es ja öffentlich, freie Parkplätze in der Gemeinde sind.

 

 

Wer Roquetas de Mar kennt, weiß, dass viele grüne Grasflächen angelegt wurden, damit Urlauber und Anwohner dort verweilen können. Ungemütlich wird es jedoch, wenn dann alle ihre Hunde teilweise freilaufend halten und diese dann ihr Geschäft oft unkontrolliert auf genau diesen Grünflächen verrichten. In der Winterzeit, also von Oktober bis Ende März, könnte man meinen, sei die Urbanisation ausgestorben. Natürlich ist die Präsenz der Wohnmobilisten dann auch ein buntes Schauspiel.

Anfang Oktober fangen sich die Parkplätze an zu füllen. Ein Monat später gibt es kaum freie Parkplätze und das bis Ende März.
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Oft schon, wie ein eigenes kleines Dörfchen. Alle haben sie natürlich ihre Satellitenschüsseln aufgestellt, die Wohnmobile stehen gen Sonne und mit Blick aufs Meer, also nicht in Reihe, wie die Straßenverkehrsordnung besagt. Deswegen gibt es ja auch Markierungen auf Parkplätzen. Ist in Deutschland ja auch nicht anders. Das Fahrzeug wird aufgebockt damit es nicht wackelt, sonst wird man ja Seekrank. Und wer dann drei oder 6 Monate dort verweilt, dann will man ja auch seine Wäsche waschen und zum trocknen aufhängen. Dann stehen halt die Wäscheständer draußen. Frisches Wasser (kein Trinkwasser) gibt es an den Strand-duschen oder irgendeine Wasserleitung am Steg wird angezapft. Und natürlich fällt Müll und Abwasser an. Dann werden die Abwasserschläuche direkt über den Abwasserkanaldeckel gelegt oder in großen 5L Plastikflaschen gesammelt und per Hand in den Abwasserkanal gekippt. Auch wenn viele behaupten "BIO - Toiletten" seien ungiftig für die Natur, was letztendlich drin ist, weiß nur derjenige, der sie besitzt.

 

 

Die "Rue de la Kack", wohl ein Geheimtipp unter den Campern. Ob sie zu Hause ihre Toiletten in Nachbars Garten kippen?
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Obwohl es an der nächsten Tankstelle die Möglichkeit gäbe, diese dort zu entleeren, entscheiden sich die meisten ihre Toiletten in der Nähe, direkt hinterm Golfplatz zu entleeren. In der Camperszene wird sogar von der "Rue de la kack" gesprochen und als Tipp weiterempfohlen, wo Toiletten entleert werden können, ohne sich weit weg bewegen zu müssen, denn auf den Parkplätzen kann man ja nicht ein Handtuch liegen lassen, wie es so oft in Hotels bereits geschieht, damit die Liege nicht von jemand anderem besetzt wird. Wenn man jemanden fragt, dann gehört dieser ja nie zu den "Vielen oder Meisten".

Nicht jeder Wohnmobilist ist sich dessen bewusst, wie viel Krach ein Generator tatsächlich in einer Urbanisation macht. Ist doch klar, dass hier auch Menschen wohnen, die nicht im Urlaub sind, sondern ihrem alltäglichen Leben nachgehen. Nachtruhe wünschen wir uns alle, sonst würden wir ja wie Zombies herumlaufen. Ganz zu schweigen von explodierten Gasflaschen mitten in der Nacht. Der Schreck sitzt Anwohnern aus der unmittelbaren Umgebung heute noch im Nacken. Auch wurden einige Einbrüche gemeldet.

 

 

Stühle und Tische inmitten der Gehwege, kein seltenes Szenario, welches innerhalb von Europa im Strassenverkehrsgesetz geregelt wird. Wieso sollte es in Roquetas anders sein?
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Roquetas de Mar, neue Verordnung für Camper/Wohnmobilisten, die auf öffentlichen Parkplätzen ihren Winterurlaub verbringen möchten.

Leider ist das alles jetzt aus dem Ruder gelaufen und die Gemeinde Roquetas de Mar hat jetzt ganz klare Regelungen, auf Bitten ihrer Anwohner, zu Papier gebracht. Es ist ab 2017 amtlich und bei Verstößen kann mit einer Geldbuße zwischen 200€, bei leichten Vergehen, 500€ bei mittleren Vergehen incl. Platzverweis und 1000€ bei schwerem Vergehen, ebenfalls mit Platzverweis, gerechnet werden. Die öffentlichen Parkplätze können laut Straßenverkehrsverordnung zeitlich begrenzt genutzt werden und es ist ein Nachweis darüber zu erbringen, falls ein Kontrolleur danach fragt, wie z.B. Parkticket.

 

 

Genau deswegen muss per Gesetz Ordnung verschafft werden. Schade, für die jenigen, die sich korrekt verhalten.
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Man kann davon ausgehen, dass diese zahlreich tätig sind. Die Polizei kann ein Fahrzeug abschleppen lassen, wenn dieses gegen die Straßenverkehrsverordnung verstößt, dass kann dann noch teurer werden, als einem lieb ist. Seitenfenster dürfen nur begrenzt und zum Lüften geöffnet werden. Untersagt ist das Ausfahren von Markisen, aufstellen von Tischen und div. anderer Kleinstmöbeln. Das Aufstellen von Wäscheständern ist verboten. Zukünftig stehen Servicebereiche/Recyclingstellen und Sonderparkzonen für Wohnmobile zur Verfügung. Dort finden Wohnmobilisten etwaige Preislisten und Leistungen sowie Uhrzeiten und Zeitbegrenzungen, die angeschrieben sind. Drei spezielle Zonen für Wohnmobile stehen künftig zwischen Roquetas - Playa Serena = Zone1, Roquetas de Mar = Zone2 und Aguadulce = Zone3, zur Verfügung. Hier kann der Wohnmobilist parken und seine Seitenfenster öffnen, Markisen ausfahren, Tische, Stühle, Treppen etc. außerhalb des Fahrzeuges aufstellen. Das aufstellen von Wäscheständern ist auch hier verboten. Müll wird, wie üblich in Müllcontainern entleert und giftige Lösungen, Batterien etc. an den örtlichen ausgewiesenen Stellen entsorgt.

 

Roquetas de Mar - Zone1. Hier gibt es drei Parkplätze, die jedes Jahr aufs Neue von Campern belagert werden.
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Der Aufenthalt auf den ausgewiesenen Parkplätzen ist auf 72 Std. max./Woche und an einem Stück gerechnet. Der Zeitraum des Aufenthaltes und die Zone kann über die Website bei der Gemeinde, per Onlineformular, beantragt werden. Nach Verstreichen der max.72 Std. ist der Platz zu wechseln und neu zu melden. Die Gemeinde hat in Planung das Gebiet Roquetas de Mar so zu beschildern, dass Gäste und Urlauber bei ihrem Aufenthalt in Roquetas de Mar ordnungsgemäß und speziell für Wohnmobilisten ausgewiesene Zonen, einfach zu finden sind. Preislisten sind bei der Gemeinde oder im Büro für Touristische Infos erhältlich. Es wäre zu wünschen, dass genügend attraktive Plätze an der gesamten spanische Küste entstehen, die bezahlbar sind. Andernfalls besagt diese neue Regelung, die sich auch auf die öffentliche Straßenverkehrsverordnung aufbaut, lediglich nur aus, dass Wohnmobilisten auf ihrer Durchreise entweder auf Campingplätzen oder ausgewiesenen Zonen aufhalten sollen. Für längere Aufenthalte stehen genügend Hotels und Ferienwohnungen zur Verfügung. Bei dieser Regelung geht es auch um Sicherheit und gerechtes Verhalten zwischen Touristen und Anwohner. Die gesamte Verordnung in spanischer Sprache ist hier Ordenanza Municipal-Roquetas de Mar einzusehen. Wer hohe Geldstrafen vermeiden will, sollte sich vorher beim Ayuntamiento Roquetas de Mar informieren, denn auch für das Mitführen von Hunden gibt es neue Verordnungen. Wir wünschen allen einen schönen Aufenthalt in Roquetas de Mar und angenehme Nachbarschaft.

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© LosTimeCatchers Sara & Schorsch