Ein Kuckucksei als Größenvergleich neben einer Korbblütlerblume (Coleostephus myconis)
Ein Kuckucksei als Größenvergleich neben einer Korbblütlerblume (Coleostephus myconis)

 

Ich weiß gar nicht, wie ich das sagen soll. Zuerst wurden am Ostersonntag die Hühnereier aus dem Nest im Hühnerstall geklaut und nun liegt da ein anderes drin.

Schon seit Wochen hören wir fast jeden Tag ein Kuckucksschrei aus dem Walde heraus. Zunächst scherzten wir damit und amüsierten uns mit Witzen darüber, dass der Kuckuck für seine Hinterhältigkeit bekannt ist weil er ja nach Fremdnestern sucht um seine Eier dort abzulegen. Ulkige Fotos hatten wir uns im Internet bereits dazu angeschaut. Sieht schon seltsam aus, wenn dann so ein kleiner Vogel später ein Kuckuckskind aufzieht. Der Größenunterschied ist zum Lachen. Tja, das Lachen sollte uns schon bald vergehen. Eher darum besorgt, wer uns die Eier aus dem Hühnerstall immer noch klaut, kontrollieren wir täglich den Eierbestand. Wir wissen immer noch nicht, wer uns die Eier klaut. Der Hühnerstall wird täglich in der Abenddämmerung abgesperrt. In den Nestern verbleiben am Abend nur die von uns dazu gelegten Eier (insgesamt drei Stück, unsere Hühner zählen sie und legen nur bei dieser ungeraden Zahl).

Hat die gleiche Färbung, wie die Hühnereier
Hat die gleiche Färbung, wie die Hühnereier

Nach Ostern überlegten wir uns 6 Attrappen aus weißem Ton zu formen. Leider haben wir davon keine Bilder gemacht. Wer hätten denn gedacht, dass die so begehrt sind? Klappte die ersten drei Tage gut und es gab keinen Eierklau. Am vierten Tag blieb aber über Nacht die Tür zum Hühnerstall offen, wir dachten, dass der Dieb die Attrappen nicht wollte. Falsch gedacht. Alle 6 Toneier waren am nächstem Morgen weg. Obwohl der Hühnerstall jetzt abends wieder zugesperrt wird, sind die Eier am nächsten Morgen trotzdem weg. Unsere Legenester haben auch ein eigenes Türchen, welches man Zusperren kann. Und weil unsere Hühner über Nacht keine Eier legen sperren wir auch diese zu.

Tja, was soll ich sagen, auch das hat den Eierdieb nicht davon abgehalten. Leider bemerkten wir erst viel zu spät, dass zwei ca. 5cm breite Schlitze an den äußeren Wänden der Legenestern sind. Da hat der Eierdieb sich durchgezwängt und die Eier tatsächlich mitgenommen. Wir sind sprachlos und schließen schon mal zwei Tierarten aus. Ein Igel würde nicht an den Nestern hochklettern und sich durch die schmalen Schlitze durch quälen. Ein Marder vielleicht, aber der hätte sich bestimmt eher ein Huhn geschnappt. Tja, bleibt da nur noch ein Wiesel. Das wir unseren Hühnerstall erneut auf Öffnungen untersuchen müssen ist klar. Aber gestern hatten wir dieses kleine Ei im Nest hineingelegt bekommen. Zunächst dachten wir, unseren Hennen geht es nicht gut, die brauchen irgendwie mehr Kalkzusatz oder ähnliches. Denn dieses Ei ist ebenso grünblau, wie all die anderen Eier zuvor aber so winzig klein. Doch dann lasen wir im Internet, dass der Kuckuck sich genau seinen Legeplatz vorher anschaut und die Farbe der Eier sogar denen der Wirtvögel angleichen kann. Wir sind sprachlos, wie aus-gewieft so ein Vogel sein kann und sich sogar in ein Hühnergehege wagt.

 

Die braunen Eier sind von uns, das grünblaue Ei von einer unserer Hennen
Die braunen Eier sind von uns, das grünblaue Ei von einer unserer Hennen
Zum Grössenvergleich haben wir mal einen Schlüsselbund und eine Blüte hergenommen
Zum Grössenvergleich haben wir mal einen Schlüsselbund und eine Blüte hergenommen
Sieht doch putzig aus oder?
Sieht doch putzig aus oder?

 

Jetzt haben wir noch ne ganze Menge zu tun und lernen täglich viel dazu. Das putzige Kuckucks-Ei neben dem Schlüsselbund und auf der Blüte ist tatsächlich so grünblau, wie oben in der Abbildung mit der Hand. Durch den Blitzeinsatz ist die Farbe nicht gut zu erkennen und das Eichen wirkt eher weiß. Heute habe ich mich überwunden das Kuckucks-Ei aufzuschlagen und den Hühnern unter dem Futter zu mischen. Zu meinem Erstaunen bestand es überwiegend aus Eiweiß und keinem Dotter.

 

Bis bald, eure Sara

 

   
© LosTimeCatchers Sara & Schorsch