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Nie hätte ich gedacht, dass ich mal so etwas aufschreibe. Vielleicht schaffe ich gerade eine Angriffsfläche daraus, aber es ist mir mittlerweile egal, was andere aus manchen Geschichten machen. Ich mag einfach nicht mehr angetrieben werden. Ich erkenne die Welt nicht mehr, in der ich hineingeboren wurde.

Mag sein, dass auch unsere Großeltern und Eltern vor der gleichen Situation standen, denn die Welt und die Menschen bleiben ja nicht stehen. Alles entwickelt sich weiter und weiter. Alles soll global werden. Nichts soll klappen wenn es nicht in der Gemeinschaft geschieht – Zusammen sind wir stark – das höre ich immer wieder und jeder plappert es nach. Doch wie so viele, frage ich mich auch: „Wo soll das hinführen?“ Wieso habe ich keine Zeit mehr Dinge zu überdenken, auszutesten oder kritisch zu hinterfragen? Wer gibt eigentlich das Tempo an? Wer schreibt mir vor, wie ich etwas zu tun habe?

Lebensmittel erscheinen mir so leblos, ich zweifel an den Etiketten und deren Inhalt. Dafür sorgen nicht nur die sozialen Medien sondern auch Fernsehsender. Heute höre ich Entsetzen über etwas, was irgend eine angebliche Studie zum Vorschein brachte und kurz darauf wird alles wieder als Verschwörung dargestellt. Wem soll ich trauen und wem nicht? Ist das, das neue 21. Jahundert? Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass dieser Medienfluss gewollt ist? Denn egal welche Entscheidungen ich für die Zukunft treffe, morgen kann alles anders sein und ich stehe vor anderen Problemen oder Schikanen, die ich lösen muss, wenn ich in dieser Gesellschaftsform überleben will, die ich nun mal kenne und angehöre.

Angefangen hat das für mich alles seit 2008. Als ich im März 2008 eine Meldung las blieb mir aus diesem Artikel lediglich das Wort „Wirtschaftskrise“. Drei Jahre hat es gedauert als ich durch viel lesen und Recherche darauf kam, dass es eigentlich keine Wirtschaftskrise geben kann. Es geht um unsere Ressourcen „Energie und Wasser“. Ich füge jetzt bewusst keine Links zu irgendwelchen Youtubefilmchen oder Artikeln von irgendwelchen Webseiten, nein, dass muss auch nicht sein. Jeder kann sich sein eigenes Bild machen, indem er selbst einfach mal anfängt darüber nachzudenken. Es würde auch nichts bringen, denn viele solcher Berichte verschwinden über Nacht aus den Netzwerken oder werden für die Aussenwelt gesperrt, mit dem Vermerk: „Dieses Video ist für ihr Land gesperrt“ oder in den Kommentaren „zerlabbert“. Es ist mühselig dann auch noch herauszufinden wieso und weshalb.

Aber nicht das Wort „Wirtschaftskrise“ hat mich bewegt sondern die Tatsache, dass mein damals 13. jähriger Sohn von Tag zu Tag dicker wurde. Und ich als Mutter wollte das nicht sehen. Wie sollte ich einem 13. jährigem das Essen entziehen? Es hiess für mich dann irgendwann – alle oder keiner! Und keiner war nicht die Lösung, dann hätte ich heute einen fast 200Kg dicken Sohn, der neben dem Dicksein noch andere Problemchen hätte bewältigen müssen. Eine Bekannte drückte mir dann ein Buch in die Hand und erzählte mir irgendwas über Trennkost, Kohlenhydrate und Proteine. Aha, dachte ich und kam schnell darauf, dass ich meinem Kind das Brot entziehen musste. Leichter gesagt, wie getan. Was würden seine Schulfreunde sich diesmal einfallen lassen um ihn zu mobben? Ach, mir kamen so viele Gedanken in den Kopf, was alles sein kann. Bis ich irgendwann darauf kam, dass alles nur an mir lag! Ich musste es in die Hand nehmen und konsequent durchziehen. Aber Konsequenz war damals mit dem Gefühl verbunden „mit aller Macht durchsetzen!“ Wenn er nicht will, muss ich ihn zwingen.

Ich fing an zu lesen und bald fand ich heraus, dass meine Aufgabe lediglich darin bestand es ihm verständlich zu machen. Je mehr ich über Essen und Lebensmittel las umso mehr verstand ich, dass auch ich erst einmal lernen musste. Erst wenn ich, für mich verstanden habe, was diese Dinge eigentlich für mich als Mensch bedeuten, erst da wurde mir bewusst, dass wir Menschen auf dem bestem Wege sind uns alle krank zu machen. Irgendwann fand ich heraus, dass diese sogenannte E-Nummern, lediglich die Mindestangabe der Verträglichkeit ohne Bedenken, für einen jeden Menschen in der EU bestimmt sind. E951 oder E952 – Aspartam? Wer gibt freiwillig einem Lebewesen Aspartam?

Ich fing an alles, was wir einkauften genaustens unter die Lupe zu nehmen. Mein Mann hatte irgendwann kein Bock mehr mit mir einkaufen zu gehen, weil ich mehr Zeit damit verbrachte die Inhalte eines Produktes zu lesen als mich mit dem Einkaufen selbst. Auch ich fand es irgendwann sehr aufwendig, zumal die Schriften immer kleiner wurden oder das Licht in den Supremärkten so grell war und immer noch ist, dass alleine beim Versuch zu lesen, mir die Augen schmerzten. Dann war auf einmal auch das Gemüse und Obst in Plastik verpackt. Wollte oder will ich lesen, was darauf steht – geht einfach nicht. Da schreiben irgenwelche „Experten“? mit kleiner, weißer Schrift auf durchsichtigem Plastik. Das ist mir dann doch zu bunt geworden. Ach ja, mein Sohn. Ja, den hatte ich seither immer mit zum Einkaufen mitgenommen und er konnte und kann noch sehr gut sehen. Er fand dann noch viel mehr Lebensmittelinhalte mit dieser Kennzeichnung von Aspartam. Auf Brot konnte er mittlerweile verzichten, denn es ging in seinem Alter um die Menge, die er zu sich nehmen durfte. Er stand vor der Entscheidung: „Esse ich zwei Scheiben Brot mit Wurst oder Käse, oder nehme ich lieber einen vollen Teller mit mehreren Scheiben Käse, Wurst, Paprika rot, Paprika grün, Salat, Gurken, Tomaten, Möhren, Fleisch, Fisch etc.? Sein Schulbrot – wie sollte ich ihn in die Schule schicken ohne das Pausenbrot? Wir ersetzen das Brot durch Paprika oder Gurken, ohne Butter beschmiert und mit Käse oder Wurst belegt. Geht nicht? Es geht!

Ergebnis war, dass seine Schulfreunde es auch lecker fanden und ihn später fragten, ob sie tauschen könnten. Er hatte somit doch die Pausenbrote und die anderen sein Gemüsebrot. Mit der Zeit regelte es sich aber. Das Ergebnis ist heute noch ein voller Erfolg! Unsere Kinder haben tatsächlich durch diese Aktion gelernt, dass zu viel Brot (Kohlenhydrate) nicht gut ist, für einen Menschen, der nicht regelmässig Sport treibt. Sie haben gelernt, dass Kohlenhydrate sich in Zucker verwandeln, wenn wir sie nicht zu Energie umwandeln. Sie haben gelernt selbst auf ihr Gewicht und ihre Ernährung zu achten. Was nicht bedeutet, dass sie nicht gerne mal zu Chips oder Schokolade greifen. Aber auch die Schokolade schmeckt einfach nicht mehr nach Schokolade, wie wir es früher kannten. Ich habe als junges Mädchen, Konditoreifachverkäuferin gelernt und weis, wovon ich spreche. Bewusst verstehen bedeutet für mich und meine Familie auch, bewusst Veränderung schaffen. Diese Art von Bewusstsein breitet sich im Laufe der Zeit auch auf unser alltägliches Dasein und unser Kaufverhalten aus. Ich habe keine Lösungen für andere aber sehr wohl für mich und meiner eigene Welt.

Jetzt, seitdem unsere Kinder ihre eigenen Wege gehen, bleibt auch mehr Zeit für uns. Da geht das Spielchen doch weiter. So habe ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt. Freunde, Bekannte oder Menschen unseren Alters, ich sage bwusst „Alters“ meinen auf alles eine Antwort zu haben, weil sie irgendwo gelesen haben. Ich traue mich manchmal nicht mal zu erwähnen, dass mir vielleicht der Arm oder der Rücken schmerzt, weil ich einfach mich im Garten verhoben oder überarbeitet habe. Alles wird dann auf das Alter abgewältzt. Es heisst dann: „Ja, dass ist das Alter, ein Bekannter von uns....!“ Ich kann garnicht aufzählen wie oft wir immer wieder sagen mussten: „Das hat nichts mit dem Alter zu tun, zumindest nicht für uns!“ Aber das will keiner hören. Dann werden wir belächelt und sie warten nur darauf, dass ein Wehwechen wieder auftaucht um die alte Laier wieder loszuwerden: „Siehste, hab ich dir doch gesagt, du musst zum Arzt und da gibt es die Pillchen und dieses Wundermittel etc.“ Wir ziehen uns immer mehr von solchen Menschen zurück und leben vielleicht genau aus diesem Grunde in unserem Märchenwald. Wer uns von Außen her beobachtet mag vielleicht meinen, das wir Weltfremd oder Einsam leben. Ehrlich gesagt, kam es uns am Anfang auch so vor. Je mehr ich aber darüber nachdenke stelle ich fest, dass wir nicht Einsam sind. Wir mussten uns erst einmal an diese Ruhe gewöhnen, dass nicht ständig ein Auto vorbeifährt oder die Müllabfuhr pünktlich um 2h morgens so einen Krack machte, dass wir Aufrecht im Bett saßen.

Stille ist ein befremdliches Gefühl gewesen aber ich höre sie wieder, die Vögelchen singen mit den ersten Sonnenstrahlen oder sogar den Gesang des Windes, wenn er mal seicht oder mal kräftiger durch die Bäume zischt. Ich kann nach einem Jahr wieder richtig schmecken und riechen. Ich kenne es sehr gut, dieses Gefühl in der Natur zu sein und nichts, absolut nichts, was mit Natur zu tun hat zu riechen. Es sind die Kleinigkeiten, die wir nicht bewusst aufnehmen sondern nur flüchtig. Wie oft sprechen wir in unseren Köpfen mit uns selbst, und haben eigene Gedanken, die wir nicht ausprechen? Und ich weis auch, dass ich bei Weitem nicht alles erfassen kann und auch das, was ich nicht erfassen kann hat Auswirkung auf mich und meine Empfindungen. Meine Sinne werden immer mehr sensibilisiert und auch wir verfallen immer noch oft in alte Muster. Wieso auch nicht? Letztendlich haben wir eine sehr lange Zeit gehabt, uns zu dem zu machen, was wir heute sind. Und es bedarf auch seine Zeit Veränderung oder ein anders Bewusstsein wirklich zu erlangen. Also, wer gibt das Tempo an?

Das Thema Ernährung ist immer noch sehr präsent. Auch wir sind schnell dahinter gekommen, dass die totale Sebstversorgung nicht so einfach ist. Sie benötigt viel Zeit und Energie. Das haben wir beide nie so gelernt und in unserem „Alter“ würden wir uns dann zurückentwickeln. Das geht ganz schön auf die Knochen und die Gesundheit. So haben wir uns das auch nicht vorgestellt. Wir müssten auch viele Dinge in unserem Leben zurückschrauben oder gar aufgeben um uns 100% dieser Aufgabe zu widmen. Wie oft denke ich über die Menschen nach, die in der Stadt gefangen sind und sich nach so vielen Dingen sehnen, die sie meinen nicht erlangen zu können. Ich spüre, dass so viele Dinge nicht richtig laufen und habe dennoch Verständnis für den Fortschritt und die Weiterentwicklung.

Ich setze oft bewusst meine Brille nicht auf, damit ich nicht in die Versuchung komme Werbeaufschriften oder verlockende Sprüche zu lesen. Mittlerweile finde ich es amüsant mein Blick so einzustellen, dass wenn ich durch die Supermarktregale laufe, nur die Farbgestaltung warnehme. So, als hätte eine Freundin, die Wohnung wieder umgestellt. Ich weis nicht, wie es mittlerweile in Deutschland ist, aber im Süden stellen die Supermärkte gerne und fast wöchentlich ihre Regale um. Da brauche ich mir nicht mehr die Mühe zu machen, mir zu merken, wo alles steht. Wohl eine Kampfansage an die, die sich gerne einen Einkaufszettel vorbereiten.

Auch brauche ich keinen Reichtum, kein Vorrantreiben um noch mehr zu besitzen oder zu erwerben. Ich ersticke in Plastikmüll und die Welt in der ich gerne lebe scheint ebenfalls darunter zu leiden. Könnte die Mutter Erde schreien, würde ich wohl jeden Tag aufschrecken von diesem lauten Geschreie. Dennoch gibt es immer mehr Plastik und nicht nur als Einkaufstüte. Heute erst las ich einen Artikel darüber, dass in Spanien einige Forscher ein neues Plastiksystem entwickelten für die Armen Menschen in Afrika, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Ganze 2€ für einen Plastikbeutel, der widerum in einem Plastikbehälter verpackt ist und für ganze 6Monate halten soll. Der Sinn dahinter ist, dass diese Forscher wohl herausgefunden haben, dass Wasser in diesem Plastikbeutel und unter der Einwirkung der Sonnenstrahlen wohl keimfrei wird/bleibt und trinkbar ist ohne zurückbleibende Reststoffe aus dem Material. Da bleibt nur noch die Frage, wann denn die Müllabfuhr in Afrika vorbeikommt um diesen Plastikmüll zu entsorgen. Teile auch hier keinen Link um für solche Machenschaften auch noch Werbung zu machen. Wer mag, kann ja gerne selber googeln oder bingen. Auch hier werde ich mal wieder das Gefühl nicht los, dass auch wenn ich mich streube und wehre, zu einem Teil dieses Verbrechens benutzt werde. Die Rechnung zahlen wir oder unsere Kinder. Es ist vielleicht eine gut gewollte Sache aber mit Plastik der falsche Weg.

Da dachte ich mal mit 19Jahren, als ich mein Elternhaus verlassen habe, dass nun ich selbst für mich verantwortlich sein werde. Oder habe ich das falsch verstanden? Ist Verantwortung tragen = für alles bezahlen? Ja bezahlen und konsumieren, dass soll ich tun. Blos nicht die Zeit haben irgendetwas kritisch zu hinterfragen oder überdenken, wieso auch? Studien, Esperten etc. sind jetzt an die Stelle von meinen Eltern? Oder habe ich da wieder was falsch verstanden? Was ist mit meinem Gewissen und meinen Gefühlen? Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas falsch verstehe. Keiner von uns versteht irgendetwas falsch, wenn es um das eigene Leben oder Überleben geht. Wie gesagt, ich habe nicht die Antwort auf alle Weltprobleme, und mute mir nicht zu diese Verantwortung auf meinen Schultern zu tragen. Aber es gibt sie wohl, die, die meinen das zu können. Tauziehen, fällt mir dazu nur ein. Wieso muss es immer einen Gewinner und einen Verlierer geben?

Das Beispiel von unserem Sohn und seinem Essverhalten möchte ich abschließend nochmals erwähnen, denn ich bleibe nicht stehen und jetzt geht es um mich, ich will verstehen und mein Elternhaus habe ich ja vor Jahren verlassen! Will aber auch keine Ersatzeltern haben bei jedem Schritt, den ich mache. So bin ich durch viel lesen und Querverweisen auf eine sehr interessante Lektüre gekommen. Gut, dass ich immer mehr meine Sinne trainieren kann und hin und wieder Zeit finde fast 1000Seiten zu lesen. Nein, nein – ich bin noch nicht durch. Das Tempo bestimme ich. Und ich finde es immer wieder gut, wenn ich etwas verstanden habe, eine kurze Pause einzulegen, um mich mit der Erfahrung erst einmal auseinanderzusetzen. Zu hinterfragen, nachzudenken und zu vergleichen. Das lässt mich dann entscheiden, ob ich weiterlese oder nicht. Ohne likes oder dislikes zu vergeben. Ohne durch aufgezwängte Werbung, Postings oder Blinkblink hier und dort durcheinander gebracht zu werden, dass ich oft nicht mehr weis, was ich eigentlich nachlesen wollte. Eigentlich wollte ich das erst nicht lesen, aber ich verstehe immer mehr.

http://www.zdn.info/downloads/VOLKSMEDIZIN_IN_TIROL_Oskar_Ausserer.pdf

Ich habe das Recht mein Gewissen und meine Gefühle, soweit es sich um meine Entscheidungen handelt, selbst zu verantworten. So brauche ich auch keine schuldigen zu finden. Was würde ich auch mit denen machen?

   
© LosTimeCatchers Sara & Schorsch