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Mittlerweile leben wir nun schon eineinhalb Jahre im Wald, mitten in Portugal (nach 15 Jahren Spanien ein Segen). Auch wenn es ein absoluter Traum ist, hier sein zu dürfen, so haben wir ab und an auch mit ein paar Umständen zu kämpfen, die so ein Leben abseits einer erschlossenen Urbanisation ebenso mit sich bringt. Das Haus haben wir gemietet und es ist logischerweise nicht neu. Viele Dinge sind veraltet und ja, wir können alles ersetzen. Das wollen wir aber nicht. Wir möchten uns nicht von der Wirtschaft dazu verleiten lassen alles kaputte einfach auszuwechseln um es auf den Müll zu werfen. Vieles kann repariert werden, dazu brauchen wir nur ein wenig Geduld, Zeit und Wissen. Manches ist so alt und verschlissen, dass  auch der beste Wille nicht mehr reicht. Das sollte dennoch die Ausnahme sein.

Eines der wichtigsten Dinge, um die wir uns selbst kümmern müssen, ist Wasser. Im Grundstück befindet sich ein Brunnen, der genug Wasser hat. Nur hochpumpen müssen wir es halt selbst. Seit Anfang an verfolgt uns jetzt schon das Thema Wasserpumpe. Eigentlich alle drei Monate weil die Pumpe oft nicht mehr abschaltet oder in kurzen Abständen ein- und ausschaltet.
Zu Beginn mussten wir gleich feststellen, dass die vorhandene Pumpe zum einem total durchgenudelt war (extrem laut und kaum Druck, total verrostet und im hinteren Teil gebrochen) zum anderen haben wir hier im Süden schon immer eine kleine Umkehrosmose-Anlage unter der Spüle, die uns immer sauberes Wasser macht. Wir möchten einfach nicht ständig diese 5 Liter Mistwasser-Kanister rumschleppen, wo ja auch keiner weiß was da wirklich drin ist und nur unnötigen Plastikmüll generiert. Egal, dafür ist so eine einfache Pumpe nicht geeignet, die ständig am Laufen wäre. Die Osmoseanlage presst extrem langsam Wasser duch die Filter und brauch einen gleichbleibenden Mindestdruck.
Letztes Jahr haben wir uns dazu entschlossen ein neues Hauswasserwerk für 195 € zu kaufen. Ein wenig überteuert, aber das ist halt hier in Portugal so. Recht einfach, dennoch ausreichend. Wir müssen nur etwa 5-6 Meter vom Brunnen hochpumpen und alle Anschlüsse im Haus, bis auf einen, sind ebenberdig. (Eine handelsübliche Jet-Pumpe kann maximal 9 Meter ansaugen ansonsten braucht man eine Tiefbrunnenpumpe) Der Vorteil ist nun der 20 Liter Druckbehälter, der auf die Pumpe montiert ist. Dieser ist mit 2 Bar Luft gefüllt und sorgt für den nötigen Druck. Ab und an prüfen wir diesen Druck. Einmal im Jahr sollte normal sein. Das geht recht einfach mit einer Fahrradpumpe mit Adapter für Autoreifen auf der ein Manometer (Druckmesser) montiert ist.  Jetzt füllt die Pumpe diesen Behälter in einer Gummiblase (die auch kaputt gehen kann) mit Wasser bis auf etwa 4 Bar und springt erst wieder an wenn der Druck auf etwa 2.5 Bar fällt. Nun können wir auch mal ein Glas Wasser füllen ohne, dass die Pumpe läuft. Wichtig ist uns jedoch die Osmoseanlage. Die hat jetzt den nötigen Druck um das Wasser durch die Filter zu pumpen.
Die Anschließerei bewerkstelligten wir selbst, auch wenn wir keine Ahnung davon hatten, das konnten wir uns schon aneigenen, war auch nicht schwer zu verstehen. Ist halt ein wenig Fummlerei, bis alle Verbindungsstücke und Dichtungen beisammen sind. Es muss alles Dicht sein und nirgends darf Wasser tropfen. Das sollte ja klar sein, auch bei normalen Pumpen ohne Druckbehälter. Dieses war bei uns aber so ein Knackpunkt. Wenn das System nicht Dicht ist, springt die Pumpe immer wieder an, zu jeder Tageszeit. Die Toilettenspühlung war bei uns beispielsweise ständig undicht. Sie wurde mit Essig wieder auf Vordermann gebracht und ist jetzt dicht. Tropfende Wasserhähne bestückten wir mit neuen Dichtungen.
Ebenfalls wichtig ist ein Rückschlagventil. Dieser hindert das Wasser daran, wenn es erstmal im Schlauch ist und nach oben zur Pumpe gesaugt wurde, dass es nicht wieder nach unten läuft. Dieses Ventil wird unten am Schlauchende im Brunnen angebracht und besitzt auch ein feines Gitter, damit größere Feststoffe wie Sand oder sonstiges Getier nich in die Pumpe gesaugt wird. Das war bei uns auch Anlaß einer verzweifelten Suche. Wenn das nicht mehr richtig zu macht, also das Wasser ganz langsam wieder zurück in den Brunnen läuft, geht die Pumpe ständig an und aus. Eigentlich keine größere Sache, doch ohne Ahnung suchst du dir ers mal den Wolf. Auch hier kann, nach abklemmen und hochziehen des Schlauches mit Essig und neuen Dichtungen Abhilfe geschafft werden.
Zu dem haben wir nach der Pumpe  zwei spezielle Wasserfilter, die weitere Feststoffe etc. aus dem Wasser filtern. Ich denke immer noch, dass diese eigentlich vor die Pumpe gehören, damit auch die Pumpe etwas geschont würde. Vielleich machen wir das noch. Diese Filter reinigen wir auch zwei mal im Jahr, da sich auch hier Eisenschlamm feststetzt.
Nach ein paar Monanten wurden nun die Schaltrythmen der Pumpe trotz unserer Wartungen immer undurchsichtiger, nach dem Finden und beseitigen eines winzigen Lecks in einer Verlängerungskupplung im Ansaugschlauch dachten wir das Problem glöst zu haben. Einen recht starren 1 Zoll Schlauch auf Dichtigkeit zu Prüfen ist nicht so einfach. Mit Adleraugen und Taschenlampe fanden wir das Leck, während die Pumpe lief. Alles abgebaut, Schlauch hochgezogen, abgedichtet und wieder installiert.
Nach ein paar Tagen Ruhe, ging es schon wieder los. Pumpe ging nicht mehr aus. Nur ein kräftiger schlag auf das Gehäuse brachte sie wieder zur Ruhe. Das machten wir aber nicht lange mit.  Das kann es auch nicht sein dachten wir uns und bauten die Pumpe aus. Kucken wir mal was wir da alles so sauber machen können. Wir haben hier wie gesagt sehr eisenhaltiges Wasser. Das Eisen setzt sich als ekliger Schlamm mit der Zeit an den Rohren und Dichtungen fest. Mit Essig und Pressluft haben wir uns an die Arbeit gemacht und die Durchgänge gereinigt. Mehr trauten wir uns nicht abzubauen. Die Beschreibung der Pumpe beschränkt sich auf das Nötigste, was eigentlich nur den Anschluß betrifft. Und der Verkäufer schenkte uns auch nur ein fettes Fragezeichen. Also alles wieder ins Pumpenhäußchen verfrachtet und angeschlossen. Ergebnis - Pumpe springt nicht mehr an. Jetzt öffneten wir die Abdeckung vom Druckschalter und fummelten mit dem Schraubenzieher solange rum bis sie wieder angesprungen ist. Von selber abgeschaltet hat sie aber auch nicht mehr. Also wieder mit Schraubendreher rein und fummeln bis es Klack macht und die Pumpe ruhig ist. So ein Mist - was machen wir jetzt? Die Pumpe weg bringen war keine Option, da es ohne Wasser nicht lange geht. Zumal wir bei unserem letzten Besuch in der Drogeria (so eine Art Mini-Baumarkt in dem wir die Pumpe kauften) mitbekamen, dass ein Kunde nach einem Fachmann für Pumpenprobleme fragte und dieser mit einer Telefonnummer vertröstet wurde. Bei einem Problem mit unserrer Gastherme (Warmwasser-Gasboiler) hatten wir auch so eine Telefonnummer. Der Techniker rufte uns nach etwa einem Monat zurück. Andere Option war, die Gastherme selbst abbauen und ins Fachgeschäft bringen (haha). Auch hier haben wir das Problem selbst gelöst.
Also, der Händler wusste auch nichts. Eine Ersatzpumpe haben wir nicht. Ein ratloser Tag vergeht und die Verzweiflung treibt uns ins Internet mit der Absicht nun wieder eine neue Pumpe zu besorgen. Die Lieferzeit, dachten wir könnte mit unserer Schraubenzieher-Fummeltechnik überbrückt werden. Wir entschließen uns erst mal eine Nacht darüber zu Schlafen.
Am nächten Morgen mit frischer Energie nochmals an den Computer um evtl. doch irgend eine Lösung zu finden, bevor wir schon wieder einen Patzen Geld in eine neue Pumpe investieren und außerdem wollten wir doch das so nicht mehr machen. Nach längerem Gesuche fanden wir ein Video eines Spaniers, der genau erklärte wie so ein Druckschalter funktioniert bzw. wie dieser in Einzelteilen zerlegt wird. Welch ein Vorteil, wenn man mehrere Sprachen spricht. Nach den gewonnenen Erkenntnissen nahmen wir nochmals einen letzten Anlauf und bauten die Pumpe wieder aus. Sonniges Wetter und der Ruf eines Kuckucks begünstigte die Aktivierung unserer Gehirnzellen. Nach diversem Gefriemel hatten wir den Druckschalter abmoniert, der nach leihenhafter Überprüfung in Ordnung war. Aber der Einlass von der Pumpe zum Schalter war nur noch durch den Eisenschlamm ein paar Millimeter groß und das brachte das ganze System zum Erliegen. Wieder mit Essig, Schraubenzieher, Feile und Druckluft ran and das Gebälk und alles blitzeblank gemacht, so dass die Öffnung nun wieder die ursprüngliche Größe hat. Jetzt nochmal alles zusammengefriemelt, festgeschraubt und Pumpe zurück ins Pumpenhäußen verfrachtet. Leitungen angeschlossen und Wasser in die Pumpe gefüllt, Strom angeschlossen und ..... Sie läuft !!! Jetzt mussten wir noch den Ein- und Ausschaltdruck neu justieren, da wir den ja mit unseren "Expertenwissen" total vernudelt haben. Unser Lernen hat sich aber gelohnt. Jetzt wissen wir Bescheid wie man das Teufelszeugs einstellt und wartet. Das Thema Pumpe hat sich nun für uns hoffentlich erledigt. Wenn wir auf ein paar Dinge achten, lässt uns dieses Thema für die Zukunft in Frieden.

Wir werden weiter berichten. Im Übrigen sind alle Tipps und Empfehlungen die hier gemacht werden unverbindlich. Bei uns hat es funktioniert und du musst selbst für dich entscheiden, ob du das auch so machen möchtest. Sollte etwas schief gehen, liegt die Verantwortung natürlich bei dir selbst.

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© LosTimeCatchers Sara & Schorsch