Unser Hühner-Chef
Unser Hühner-Chef

Das war alles, was mir dieses Jahr zu den Festagen eingefallen ist. Daher gab es dieses Jahr keine tollen Mails mit Bildern und Anhängen. Im Grunde genommen bin ich froh, das dieser Zug schon lange an mir vorbeigefahren ist. Weihnachtszeit, die Zeit des Konsums, wo doch die meisten sich einem alljährlichen Stress aussetzen. Auf einmal sollen wir alles vergessen, was war, lieb zu einander sein, mitfühlend etc. Nun, dafür stehen uns Menschen doch 365 Tage zur Verfügung, warum dann ausgerechnet nur an diesen paar Tagen?


Unsere Kinder sagten einmal an Weihnachten zu uns: "Irgendwie ist Weihnachten nicht so toll, wie die Tage,  wo wir von euch überrascht werden. Wenn ihr uns mal etwas tolles mitbringt, weil ihr an uns gedacht habt, wenn Mama was tolles kocht, was uns schmeckt, wenn es uns schlecht geht und ihr uns tröstet." Wir mussten zugegeben, dass auch wir so empfanden und seither ist Weihnachten einfach nur eine Zeit, die uns zwingt auszuruhen um uns auf den Frühling vorzubereiten.

Deshalb haben wir dieses Jahr mit umziehen und Landschaftsgestaltungen verbracht, denn wir sind von Spanien weg. Insgesamt 15 Jahre haben wir in Spanien verbracht. Höhen und Tiefen erlebt und immer nach dem Motto "Positiv denken". Unser neues Lebensprojekt heisst nun "Portugal". Die letzten zwei Jahre hatten wir oft die Gelegenheit gehabt sowohl durch Andalusien wie auch an der portuguisischen Küste zu reisen. Auf der Suche nach einem geeignetem Platz um uns zu entfalten und unseren Hobbys nachzugehen hatten wir bemerkt, dass der portuguisische Sound angenehmer war als der spanische. Um so mehr bin ich überrascht, wie schnell doch alles ging. Jetzt sitzen wir tatsächlich inmitten eines wunderschönen Korkeichenwaldes, haben uns eine kleine Quinta (Finca) gemietet und genießen die Ruhe.

Ohhh ja - Ruhe, etwas was ich in den letzten Jahren vermisst habe. Entweder hörten wir ständig die Müllabfuhr vorbeifahren oder rasende Motoradfahrer inmitten eines Wohngebietes oder die Gärtner waren Zugange. Wenn dann das Wochenende vor der Tür stand fingen die Nachbarn an mit ihren Laubbläsern den Garten zu kehren. Und dabei wohnten wir voll in einem Vogelrevier. In unserer Hausanlage nisteten viele Vögel, die aber kaum Raum und Platz fanden, weil ständig irgendwelche Pestizide oder Gifte gegen Ameisen und sonstiges Ungeziefer eingesetzt wurden. Oft zog es uns ins Naturschutzgebiet, ein paar hundert Meter von uns entfernt. Da mussten wir aber sehr, sehr lange hineinfahren. Aber das half auch nicht. Kaum saßen wir an einem ruhigem Platz um der Natur zu Lauschen, da tauchte, wie aus dem Nichts irgend eine Gestalt auf, die vorhatte im Meer zu baden. Zog sich bis auf die Unterhose vor uns aus und wackelte mit dem Hinterteil bis zum Meeresufer hinab. Dann legte diese Gestalt ihr Handtuch aus und zog die Unterhose aus, kam auf uns zu und fragte nach Feuer.....Tja, das Naturschutzgebiet in Roquetas de Mar war und ist immer noch der Schwulenstrich. Das zum Thema - Flüchtlinge in Europa. Für mich kein neues Thema, weil ich seit 15 Jahren Spanien stets mit diesem Thema in Berührung gekommen bin. Was sollen die Jungs auch machen? Keine Arbeit, keine Papiere etc. Es ist zu eng geworden und ich mag mich nicht mehr mit solchen Themen beschäftigen, die ich weder verursache noch verstehe.

Unser neues zu Hause gefällt mir sehr gut und nun sind wir auch stolze Besitzer von Hühnern. Was das bedeutet, kann ich noch nicht so sagen - aber es macht Spaß und wir haben große Lust uns auf eine solche Herausforderung einzulassen. Bei so viel Natur werden wir auch natürlich uns selbstversorgen. Die ersten Samen spriessen schon, trotzdem Winter ist. Und täglich kommt das Wiedehopf-Paar zu Besuch. Leider war der Fotoaparat noch nicht Griffbereit, aber ich denke, dass bald ein Bild dazu entsteht.

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Bis bald, eure Sara

   
© LosTimeCatchers Sara & Schorsch